Hoat dann sure Gurken?

Ob saure Gurken da sind, fragt heute keiner mehr – man greift ins Regal und muss sich nur zwischen den vielen Sorten entscheiden. Cornichons? Gurken-Zwiebel-Topf? Oder doch lieber die delikaten Dill-Happen? Immer diese Entscheidungen!

Nein, Mangel an sauren Gurken haben wir in Niederorschel sicher nicht.
Was es aber auch heute niemals gibt im Ohne-Dorf:   Saure-Gurken-Zeit!

Kaum ist ein Fest vorüber, wirft das nächste schon seine Schatten voraus. Und kaum habe ich mich von den Lachanfällen am Heimatabend erholt, bin mit den Kindern samt Laternen losgezogen, hat der NCV seine Saison eröffnet, lese ich, dass die Planungen für den Weihnachtsmarkt  auch schon wieder in vollem Gange sind. Das Schöne ist, dass ich mich nicht entscheiden muss. Ich kann ja wenn ich mag überall hingehen!

Apropos Heimatabend: Das ist für mich eine der genialsten Veranstaltungen in Orschel.
Selten habe ich so unbeschwert Tränen gelacht! Und der Heimatabend ist nicht nur, aber eben auch etwas für die „ohlen Liete”. Na gut, Platt sprechen kann ich nicht, aber ich bin mächtig stolz drauf, dass ich so ziemlich jedes Wort verstanden habe (an dieser Stelle meinen  Dank an Schwiegereltern und Nachbarn!)
Mit dem Weggang von Pfr. Konradi hat der Heimatabend zwar nun seinen Initiator und Schirmherrn verloren, aber das Votum des Publikums war eindeutig: Unbedingt weitermachen! Und dem kann ich mich nur vollumfänglich anschließen.

Nun kommt also bald der Weihnachtsmarkt, traditionell am 2. Advent und dieses Jahr soll es dabei märchenhaft zugehen. Was ich am Weihnachtsmarkt mag: Es kommen einfach alle. Aus allen Vereinen und den Kirchen und es kommen auch die, die nirgends drin sind. Es kommen die Kinder, die älteren Leute und alle die irgendwo dazwischen sind. Und auf der Bühne gibt’s nicht irgend ein Bühnenprogramm, an dem die Leute mehr oder weniger gelangweilt vorbeiflanieren, sondern den Akteuren ist Aufmerksamkeit und auch Applaus sicher! Was mag ich noch am Weihnachtsmarkt? Glühwein natürlich! Umherschlendern, überall einen Becher Glühwein kosten und natürlich überall ein Schwätzchen halten  – das ist für mich der Inbegriff des Niederorscheler Weihnachtsmarktes.
Und nicht zu vergessen: Die gebrannten Mandeln! Wird es die dieses Jahr auch geben?
Ganz besonders freue ich mich wieder auf die Pyramide, den Adventskranz, den Schwibbogen, den Räuchermann (Männchen kann man ja schlecht sagen) und den Nussknacker, die das Bild unseres Marktplatzes zum Weihnachtsmarkt unverwechselbar machen. (btw: ist der Nussknacker eigentlich heil von der Werbetour in Nordhausen zurück gekehrt?)

Ja, ich weiß, es ist erst Mitte November und wenn die Geschäfte schon voll sind mit weihnachtlichem Schnick-Schnack, sollten wir da nicht auch noch mitmachen und schon viel zu früh weihnachtliche Beiträge verfassen. Aber so ein kleines bisschen Vorfreude darf man doch haben. Dafür kaufe ich jetzt noch keine Spekulatius, versprochen!

Ach ja: Falls es auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand geben sollte, der Schmalzbrote und „sure Gurken“ anbietet, dann gehe ich da sicher zuerst hin!

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